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OBERKIRCHER WINZER

Qualität ist kein Luxus

So groß, so weit. So viele Täler und alles so schön grün hier. Das durch Grimmelshausen ("Simplicissimus") bekannte Oberkirch ist für den Weinbau ein begnadeter Flecken Erde, schon seit dem Mittelalter schlagen hier die Reben Wurzeln –und die reichen bis in die Familien hinein. Rund 300 Winzerfamilien gibt es im lauschigen Renchtal, und sie bewirtschaften nicht nur die Steillagen mit ihren Granitverwitterungsböden, sondern ziehen auch an einem Strang. "Das ist unser Wein", diesen Satz kann man oft hören, wenn man bei den Winzern zu Hause ist. Auf dem Tisch steht selbstverständlich ein Riesling aus der Vinum-Nobile-Reihe. So viel Verbundenheit ist in Oberkirch gelebter Alltag. Die Mitglieder der WG werden zu Recht als Winzerfamilien bezeichnet, Jung und Alt, Groß und Klein packen mit an. Helfende Hände werden immer gebraucht, denn was anderenorts oft Maschinen erledigen, passiert in Oberkirch immer noch in guter alter Handarbeit. Nicht aus Tradition, sondern weil es dem Wein guttut.
"Wir wollen einen Wein, der
zu den besten Badens gehört."
Markus Ell, Geschäftsführer
Winzergenossenschaft Oberkirch
Wo aber notwendig und sinnvoll, kommt Technik zum Einsatz. Gerade haben die Oberkircher ein neues Füllsystem installiert, das die Arbeit erleichtert und die Weinaromen schont. Das kleine Beispiel zeigt, wie die Mannschaft um Kellermeister Martin Bäuerle und Geschäftsführer Markus Ell tickt. Alles ist wichtig, nichts wird dem Zufall überlassen, alles kann verbessert werden. "Gute Weine haben viele", sagt Bäuerle, "uns geht es um das letzte Quäntchen –damit heben wir uns ab." Die Konsequenz im Weinkeller wird im Weinberg respektive den Weinbergen fortgesetzt. Seit 2002 arbeitet in Oberkirch ein Qualitätsmanager, das ist Frank Männle. Er ist der Mann in den Reben, so gut wie immer ansprechbar, immer vor Ort und immer auf dem aktuellen Informationsstand. Ein harter Job, denn die Arbeit ist enorm vielschichtig. Rebschnitt, Düngung, Ertragsreduzierung sowie die Neupflanzungen.

Welche Sorte passt auf welche Parzelle? So schaffen sie es trotz der Größe von 445 Hektar, wie ein kleines Weingut zu agieren, wo der Patron noch persönlich mithilft. Auf diese Art entstehen die erwünschten Spitzenergebnisse, die bei Kunden und Wettbewerben honoriert werden. 2008 wurden die Oberkircher Winzer bei der Bundesweinprämierung für die Beste Collection Weißwein trocken mit dem Ehrenpreis bedacht (den es nur einmal gibt), und dazu gab es bei der Landesweinprämierung noch 45-mal Gold.

Die überdurchschnittliche Qualität präsentiert sich in zwei Linien. Die eine nennt sich Vinum Nobile mit bewährten Sorten und Raritäten wie Syrah oder Merlot. Das ist Topqualität für ausgesuchte Weinhandlungen und die Gastronomie. Als Spitzenprodukt schicken die Oberkircher die Collection Royal ins Rennen, für die das Beste gerade gut genug ist. Jedes Jahr werden die Besten eines Jahrgangs, ein Spätburgunder und ein Weißwein, nach allen Regeln der Kunst zu einem absoluten Spitzwein ausgebaut. Strenge Auslese, von Hand geerntet, schonende Verarbeitung im Keller... "Das ist unser Wein", werden die Winzer wieder sagen. Mit Recht. Sie haben ja auch alles dafür getan.