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WEINGUT

FRITZ WAßMER

Der Burgunder-König

Als vor circa 800 Jahren Mönche aus Burgund den Alemannen ihre Kultur beibrachten, konnten sie nicht ahnen, welche Tiefenwirkung ihr Tun hatte. Nicht nur das Christentum fasste etwas mehr Fuß - nein: Auch die Weinkultur veränderte sich nachhaltig. Die Burgundertraube wurde heimisch. Ein Glücksfall. Heute gibt es in Baden so einige Burgundermacher mit Format, aber ihr konsequentester ist möglicherweise Fritz Waßmer. Dieser spät - aber nicht zu spät - berufene Winzer stammt aus Schlatt, Bad Krozingen, und war im Hauptberuf Landwirt. Sein Faible für Wein, ja sein schier unstillbarer Wissensdurst, führte ihn dahin, wo die badische Weingeschichte ihren Anfang nahm: nach Burgund. "Ich habe kein Faible für Burgund. Ich habe ein Faible für Qualität. Wenn es um Rotwein geht, dann ist Burgund das Maß aller Dinge. Dank ihrer Tradition sind sie uns weit voraus." Aus Burgund stammen Trauben, Technik, Philosophie. Kritiker werden sagen, die Côte-d’Or ist nicht die Badische Weinstraße, was gut in Burgund ist, muss noch lange nicht gut für Baden sein. Aber die beiden Weinregionen besitzen eine große Schnittmenge, wie Fritz Waßmer erkannt hat.
"Ich habe kein Faible für Burgund.
Ich habe ein Faible für Qualität."
Fritz Waßmer
Fritz Waßmer hat sein Burgund gefunden, und zwar 40 Kilometer weiter nördlich im Breisgau. Dort auf den Lagen Malterdinger Bienenberg und Kenzinger Roter Berg sind die Böden (Muschelkalk, Löss, roter Ton) verblüffend ähnlich zu denen im Burgund, auch das Klima unterscheidet sich kaum. Im Breisgau ist es schön warm, aber nicht zu sehr, Regen und Kälte halten sich in Grenzen. So konnte Fritz Waßmer anno 1999 burgundischen Rebstöcke à la Burgund anpflanzen - also sehr eng. Drei- bis viermal so dicht wie hierzulande üblich hat er seine Weinstöcke gesteckt. Aber nicht um mehr Ertrag zu machen, den reduziert er so weit wie möglich. Waßmer bringt es nur auf 4000 Liter Wein pro Hektar Reben, erlaubt wären 9000. Die enge Pflanzung bewirkt, dass bei den Reben ein Effekt "Konkurrenz belebt das Geschäft" einsetzt, denn
die Pflanzen müssen nun sehr tief ihre Wurzeln ins Erdreich graben und stoßen dabei in mineralreiche Zonen vor. Diese Mineralien sind wiederum im Wein zu schmecken.


Fritz Waßmers Qualitätsmanagement lässt keine Facette des Weinbaus aus. Die Anlagen sind natürlich gepflegt, die Weinernte findet so behutsam statt, dass man sie mit einer Ernte für Tafeltrauben vergleichen kann. Das Traubengut kommt in kleinste Behälter, damit keine Traube beschädigt wird und die Gärung nicht zu früh stattfindet. Ja, Pinot-noir-Trauben sind empfindlich! Nichts wird dem Zufall überlassen. Und da Fritz Waßmer genügend Rebflächen besitzt und etliche weitere Rebsorten - natürlich wieder Franzosen - im Programm hat, sind jedes Jahr gute und sehr gute Weine zu erwarten. Im Sortiment von Fritz Waßmer finden sich Raritäten wie der Syrah aus Südfrankreich dazu Merlot, Cabernet franc, Viognier und Sauvignon blanc. Natürlich liegt sein Augenmerk auch auf der Kellertechnik. Weine werden in Schlatt grundsätzlich im Barrique-Fass ausgebaut. Die Resonanz auf seine Ernten gibt ihm recht. 2001 jubelte der "Gault Millau" "Outstanding", ein Jahr später wurde er zur "Entdeckung des Jahres" gekürt, und vergangenes Jahr wurde er für den besten deutschen Grauburgunder (Decanter World Wine Awards) mit Bronze geehrt. Ehre, wem Ehre gebührt.